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O heilig Herz der Völker, o Vaterland
Ist es nicht heikel, in dieser Zeit eines in vielen Gegenden Europas wild aufflackernden Nationalismus über die eigene Nation zu sprechen - dieses nach Gott, Liebe, Tod und Unsterblichkeit größte Thema -, besonders für einen Deutschen? Für uns Christen aber ist nach wie vor das Wort des hl. Thomas von Aquin gültig: "Nächst Gott ist am meisten den Eltern und dem Vaterland der Mensch ein Schuldner. Gerade wie es daher die Religion angeht, Gott Verehrung zu erweisen, so geht es auf der nächsten Stufe die Blutspflichtverbundenheit (pietas) an, Verehrung den Eltern und dem Vaterland zu erweisen." Christen dürfen also nicht nur, Christen sollen, in der rechten Ordnung, ihr Volk und Vaterland lieben. Und so wollen wir uns getrost der Frage stellen nach dem Erbe und dem Zukunftsbeitrag Deutschlands zum christlichen Europa.
"O heilig Herz der Völker, o Vaterland" - wohl kaum kann kürzer und treffender die Bestimmung Deutschlands ausgedrückt werden als mit diesen Worten, mit denen im Jahre 1799 der Dichter Friedrich Hölderlin Deutschland in seinem Gedicht "Gesang des Deutschen" begrüßt. Welch erstaunliche, ja fast erschreckend hohe Anrede!
Herz - ein Urwort. Ursprünglich bedeutet Herz den Kern einer Sache, ihre Mitte, das Wesentliche und Wichtigste daran, den vornehmsten Teil, durch den das Ganze repräsentiert werden kann.
Deutschland liegt in der Mitte zwar nicht Europas, wohl aber des Abendlandes. Mit Abendland ist der lateinische Westen des christlichen Europas gemeint im Unterschied zum griechisch-slavischen Osten. Im Abendland sollte sich geschichtlich die einzige, wahre Kirche Christi entfalten, die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche, die vom Nachfolger Petri und den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird. Das Abendland ist im Mittelalter aus dem Dreiklang Antike, Christentum und Germanentum entstanden. Deutschland ist das Herz des christlichen Abendlandes.
Es ist kein Zufall, daß das Abendland die höchste Kultur und Zivilisation der Menschheit hervorgebracht hat und diese auf alle Erdteile ausstrahlte. Die ungeheure Entfaltung aus dem kleinen, reichgegliederten Raum im Westen des eurasischen Kontinents wurde zum Segen und Fluch für die Menschheit. Und so wurde Deutschland in gewissem Sinn zum Herzen der Völker.
Land der Mitte zu sein ist ein schweres Schicksal. Hier konzentrierten sich die blutigen Kämpfe der Vergangenheit. Die großen europäischen Kriege wurden in Deutschland geschlagen. Ein großer Zusammenprall der Letztzeit ist in Deutschland zu befürchten.
Nicht nur geographisch und historisch, auch geistig ist Deutschland das Herz des Abendlandes. Im Herzen fallen die geistigen Entscheidungen über das Verhältnis des Menschen zu seinem Gott, über Glauben oder Ungehorsam. Darum wird das Herz zuerst aufgerufen, wenn geschrieben steht: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft" (Mk 12,30). Der Kampf der Geister wird in Deutschland ausgetragen. In DeutschÂland wurden die bedeutendsten wie die verhängnisvollsten philosophischen Gedankengebäude der Neuzeit ersonnen.
Ein enges Band also verknüpft das Wohl und Wehe, das Heil oder Unheil Deutschlands mit dem der Völker. Darum heißt es in "Der alten Linde Sang von der kommenden Zeit": "Krankt das Herz, siecht ganzer Körper hin, Deutschlands Elend ist der Welt Ruin."
In welchem Sinn aber kann dieses Herz heilig genannt werden? Gott allein ist heilig! Wird ein Wesen heilig genannt, dann nur in Bezug auf Gott, die Quelle der Heiligkeit. Alle Menschen sind zur Heiligkeit berufen, alle Völker sind berufen, ein Volk zu werden in dem einen Heil unter dem einen Herrn Jesus Christus. Jesus Christus ist das Ziel der menschlichen Geschichte, der Punkt Omega, auf den hin alle Bestrebungen der Geschichte und der Kultur konvergieren, der Mittelpunkt der Menschheit, die Freude aller Herzen und die Erfüllung ihrer Sehnsucht. Allen Völkern eignet Heiligkeit in dem Maße, wie sie ihrer christlichen Berufung Folge leisten. Innerhalb dieser allgemeinen Berufung aber hat jedes Volk eigene Gaben und Aufgaben - eine besondere Berufung. Die Gaben eines jeden Volkes sind von Gott, und die Erfüllung der Aufgaben soll es immer mehr an Gott binden. Die besondere geschichtliche Berufung und Sendung Deutschlands ist das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Gertrud von Le Fort schrieb: "Das Volk der Deutschen ist wild, aber stark und standhaft wie kein zweites; darum war es Christi Wille, ihm das Imperium zu geben, wie das Sacerdotium den Römern".
Wesen und Bestimmung eines Dings erkennen wir aus seinem Entstehen und Werden. Wenn wir Deutschlands Anfänge aufsuchen, dürfen wir nicht zu Armin dem Cheruskerfürsten in den Teutoburger Wald gehen, sondern wir müssen niederknien vor dem Kind und seiner Mutter im Stall von Bethlehem. "Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau...", so schreibt der hl. Paulus (Gal 4,4). Als das göttliche Wort Fleisch wurde, erwählte es nicht nur seine leibliche Mutter und sein jüdisches Volk; die Welt, in die Christus geboren wurde und in die er seine Apostel schickte, um "alle Völker zum Gehorsam des Glaubens zu führen" (Röm 1,5), war das Imperium Romanum, die Pax Augusta. Schon die frühchristlichen Apologeten äußerten den Gedanken, daß das Römische Reich die providentielle Aufgabe gehabt habe, dem Christentum die Wege zur Erfüllung seiner Heilsaufgabe zu bereiten. Fast 300 Jahre wurde die Kirche im Römischen Reich verfolgt. Erst als Konstantin, der Sohn der hl. Helena und des kaiserlichen Regenten in Trier, am 28. Oktober 312 im Zeichen Christi seinen glänzenden Sieg an der Milvischen Brücke bei Rom errang, endete die Christenverfolgung. Die innere Wende im Leben Konstantins wurde zur Wende für das Christentum im Römischen Reich.
Es ist wichtig, sich das vor Augen zu halten, denn gleiches bemerken wir in den nachfolgenden Jahrhunderten bei der translatio imperii. Den großen heils- und weltgeschichtlichen Wendepunkten ging immer eine Glaubensentscheidung in der Tiefe des Herzens voraus: Weil Abraham ja zu Gott sagte, machte Gott ihn zum Stammvater des auserwählten Volkes; weil Maria ja sagte, gebar sie der Welt Christus den Heiland; weil Konstantin sich bekehrte, konnte sich unter ihm und endgültig unter Theodosius das Römische Reich (imperium) mit der christlichen Kirche (sacerdotium) verbinden; weil kühne Männer und edle Frauen an der Spitze der deutschen Stämme sich zu Christus bekehrten, sich gegen Irrlehren für den römischen Glauben entschieden und dem Nachfolger des Erstapostels Petrus gegen seine Feinde halfen (wenngleich sie nicht immer heiligmäßig lebten), wurde das sacrum imperium für ein Jahrtausend den Deutschen übertragen.
Ein solches Ereignis, das die Geschichte Europas und der Welt entscheidend veränderte, war die Taufe des Frankenkönigs Chlodwig mit dreitausend seiner Gefolgsmannen zu Reims durch Bischof Remigius am Weihnachtsfest 496. Chlodwig ließ sich taufen, weil er in der Schlacht bei Tolpiacum (Zülpich) gegen die Alemannen, im Angesicht der drohenden Vernichtung, zerknirschten Herzens und mit tränenerstickter Stimme gebetet hatte: "Jesus Christus! Chrodechild sagt, du seiest des lebendigen Gottes Sohn. Es heißt, du springst den Bedrängten bei und verleihst den auf dich Hoffenden Sieg, und so flehe ich dich ganz demütig um deine ruhmreiche Hilfe an. Gibst du mir den Sieg über diese Feinde und bekomme ich selbst damit einen Beweis von deiner Macht, die das deinem Namen geweihte Volk so oft erfahren zu haben versichert, so will auch ich an dich glauben und mich in deinem Namen taufen lassen."
Durch Chlodwigs bewußte Hinwendung zum rechten katholischen Glauben wurden auch die übrigen Germanen für das katholische Bekenntnis gewonnen und so in Europa die arianische Irrlehre überwunden. Durch die Verschmelzung von Galloromanen und Franken gelang es Chlodwig und seinen Nachfolgern, ein gemeinsames Staatswesen zu begründen. So hat durch die Annahme des rechten Glaubens unter allen germanischen Herrschaftsbildungen des frühen Mittelalters allein die fränkische Herrschaft Bestand erhalten und hat so zur Wurzel sowohl des mittelalterlichen Frankreich wie auch des römisch-deutschen Reiches werden können. Die Großtat Chlodwigs war Voraussetzung dafür, daß später ein Pippin und Karl der Große ihre Aufgaben zu erkennen vermochten. Welch hohes Bewußtsein die Franken zur Zeit Chlodwigs beseelte, bezeugt die "Lex Salica" (510), das Gesetzbuch Chlodwigs, das mit den stolzen Worten beginnt:
Vivat qui Francos diligit Christus!...
Es lebe Christus, der die Franken liebt! Er schütze ihr Reich und erfülle ihre Fürsten mit dem Licht seiner Gnade. Er beschirme ihr Heer und verleihe dem Glauben Schutzwehr!
Einen weiteren Markstein setzte Pippin der Jüngere. Er folgte dem Ruf des Papstes nach Italien, um "die heilige Kirche und die Republik Gottes" zu verteidigen. Er legte 756 die Schlüssel der eroberten Lombardenstädte am Grabe des hl. Petrus nieder, denn, so sagte er, "nicht zugunsten eines Menschen sei er in den Kampf gegangen, sondern allein aus Verehrung für St. Peter, um die Vergebung seiner Sünden zu erwerben." Pippin wurde der erste fränkische König, der von den Bischöfen (vielleicht dem hl. Bonifatius) und dann vom Papst - Stephan II. - selbst gesalbt wurde und sich König "von Gottes Gnaden" nannte. Damit wurde das Sakramentale der Salbung über das königliche Geblüt gesetzt.
Als patricius Romanus war Karl der Große der erwählte Schutzherr der Kirche. Auch er überschritt die Alpen, um einem Papst, Leo III., gegen den aufständischen römischen Adel zu Hilfe zu kommen. Dafür wurde er am ersten Weihnachtsfeiertag des Jahres 800 in der Peterskirche zum Kaiser gekrönt, unter dem Zuruf des römischen Volkes:
Karolo, piissimo Augusto a Deo coronato, magno et pacifico imperatori, vita et victoria.
Karl, dem frommen, von Gott gekrönten Augustus, dem großen und friedreichen Kaiser, Leben und Sieg!
So konnte Ermoldus Nigellus zu Ehren des Kaisers dichten:
Cäsars Namen hab ich als erster der Franken ergriffen, Und des Romulus Namen gab ich dem fränkischen Volk.
Bei der Krönung Karls handelte es sich nicht um die Errichtung eines neues Reiches, sondern um die Erneuerung des Römischen Reiches (renovatio Imperii Romanorum). Karl wurde "ein neuer Konstantin". Zwar verschärften sich dadurch die Spannungen zwischen Rom und Konstantinopel, aber im Jahre 811 mußte der byzantinische Kaiser Michael I. Karls Kaiserwürde anerkennen.
Karls Kaiserkrönung war die Geburtsstunde des Abendlandes: der Schwerpunkt der Universalgeschichte verschob sich von Rom, Alexandrien, Athen, Antiochien nach Aachen, Köln, Paris.
Karls Ideal ist dadurch gekennzeichnet, "daß er Staat und Kirche in einer einzigen Gesellschaft verschmelzen wollte. Karl der Große hat die geistige Theokratie Augustins in eine politische umgewandelt und die Civitas Dei vom Himmel auf die Erde verpflanzt" (Gilsen und Böhner).
Karls Name ist in das lebendige Gedächtnis der europäischen Völker unverlöschlich eingegraben. Der gemeinsame Ursprung Deutschlands und Frankreichs im christlichen Reich Karls des Großen prädestinieren sie als Kernländer eines konmmenden christlich erneuerten Europa.
Den Grund zu Deutschland im engeren Sinne legte Otto I. der Große aus liudolfingisch-sächsischem Stamme, ein tiefÂfrommer und zugleich politisch höchst erfolgreicher Herrscher. Ottos Italienfeldzug 961 rettete das Papsttum aus tiefer Schmach in einer seiner schwersten Stunden - dem saeculum obscurum der Kirche. Am 2. Februar 962 wurden Otto I. und seine Gemahlin Adelheid in St. Peter zu Rom von Papst Johannes XII. prachvoll gekrönt. Kaiser, Papst und römisches Volk leisteten einander den Treueid. "Damit hatten die deutschen Kaiser ihre welthistorische Aufgabe unter den christlichen Völkern angetreten als Schützer der Kirche und als Hüter des Friedens und der Ordnung im Abendland" (Schuchert/Schütte).
Durch Otto, den "dritten Kaiser nach Konstantin, den dreifach Gesegneten und höchst Heiligen" (so in einer Bulle Papst Johannes' XIII.), kam das römische Kaisertum an die deutschen Könige und blieb bei ihnen, von allen christlichen Ländern, einschließlich Frankreich und England, anerkannt, bis zum Jahre 1806.
Es war die französische Revolution mit ihrem Vollstrecker Napoleon Bonaparte, die dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ein klägliches Ende bereitete. Am 6. August 1806 schickte sich Franz II. in das wohl Unvermeidliche und entsagte der Krone Karls des Großen. Ein Streit seines Postkutschers, bemerkte Goethe dazu, habe ihn mehr interessiert als diese Nachricht, und wie er ging alle Welt achselzuckend zur Tagesordnung über. Nur Papst Pius VII. protestierte in einer würdigen, geschichsbewußten Note.
Die Krone der römisch-deutschen Kaiser, die "edelste Krone der Christenheit" (Ricarda Huch), zeigt auf einer Emailleplatte Gottvater zwischen Cherubim und Seraphim und trägt die Inschrift: Per me reges regnant - durch mich herrschen die Könige. Zwei andere Platten tragen das Bild König Salomons und König Davids; auf der vierten steht der Prophet Isaias zu seiten des kranken Königs Ezechias. So ist diese Krone ein Sinnbild dafür, daß sich ihre Träger nicht nur als die Nachfolger der Caesaren, sondern auch des Priesterkönigs David empfanden. Bis zum Untergang des Reiches hieß es demnach in der Krönungsformel: "Auf des Königtums Gipfel hast Du ihn erhöht, durch David, Deinen Knaben."
Unter den lateinischen Kirchenvätern wie unter den späteren Kirchenlehrern bestand Übereinstimmung in der Lehre, daß das Reich jenes "Hindernis" sei, das das Kommen des Antichristen noch aufhält, wovon der hl. Paulus in seinem zweiten Brief an die Thessalonicher geschrieben hat. Das Reich wurde als das "Siegel des Abgrunds" betrachtet, das, wie der heilige Johannes schrieb, tausend Jahre lang nicht brechen würde. Erst nach dem Sturz des Reiches werde der große Abfall kommen als Vorspiel zum Reich des Antichrist, der mit seinem falschen Glanz die Könige und Völker der Erde verderben und verführen werde.
Eine erstaunliche Bestätigung dieser Auffassung lieferte der junge Friedrich Engels in seinem Frühwerk "Schelling, der Philosoph in Christo": "Seit der greulichen französischen Revolution ist ein ganz neuer, teuflischer Geist in einen großen Teil der Menschheit gefahren, und die Gottlosigkeit erhebt. ihr freches Haupt so unverschämt, daß man denken muß, es gingen jetzt die Weissagungen der Schrift in Erfüllung...: Es wird geoffenbart werden der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles erhebt, was Gott heißt oder Gottesverehrung: entsprechend der Kraftentfaltung des Satans in jeder Art von Macht ... böser Verführung für jene, die verlorengehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, um gerettet zu werden. Darum wird ihnen Gott kräftige Irrtümer senden, daß sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Gefallen hatten am Frevel."
Warum ist das Heilige Römische Reich untergegangen? Schon die hl. Prophetin und Mystikerin Hildegard von Bingen (1098-1179) hat in ihren Visionen das Herabsinken, die Schwächung und den schließlichen Untergang des Römischen Reiches vorausgesehen, "weil sie (die römischen Kaiser) schmutzig und lau und knechtisch und unrein in ihren Sitten werden und in allem eitel und unnütz", weil "alsdann noch Könige und Fürsten vieler Völker vom römischen Reiche zu seinem Nachteile abfallen" und die "Herrschsucht und Gier ... dieser neuen Fürsten Herz also verblenden (wird), daß sie nicht werden handeln wollen nach der Wahrheit, die sie erkannt, noch auch von anderen die Dinge vernehmen, die sie nicht wissen".
Auch in den endzeitlichen Visionen des portugiesischen Franziskanerpriesters Amadeus Menez (1420-1482) ist die Rede von dem Ungehorsam Deutschlands und der Trägheit und Verderbtheit seiner Fürsten, die die unglücklichen Zeiten verlängern werden.
Wie im Glaubensgehorsam, so auch im Ungehorsam wiederholt sich hier die Geschichte des alttestamentlichen Bundesvolkes, mit dem Deutschland ja den hl. Erzengel Michael als Schutzpatron gemeinsam hat. Aus einem hohen Anfang wurde ein tiefer Fall. Verfehlte Gnade wurde zum Fluch.
War schon das in Blut und Eisen geschmiedete protestantische Kaisertum Wilhelms I. - ohne Salbung und ohne Krönung durch den Papst - ein Widerspruch in sich selbst, so war das sogenannte Dritte Reich geradezu die antichristliche Perversion der Reichsidee.
Der geistig-sittliche Sturz Deutschlands im NationalÂsozialismus findet erschütternden Ausdruck in einem Gedicht Werner Bergengruens:
Ich hatte dies Land in mein Herz genommen. Ich habe ihm Boten um Boten gesandt. In vielen Gestalten bin ich gekommen. Ihr aber habt mich in keiner erkannt.
Ich klopfte bei Nacht, ein bleicher Hebräer, ein Flüchtling, gejagt, mit zerrissenen Schuhn. Ihr riefet dem Schergen, ihr winktet dem Späher und meintet noch Gott einen Dienst zu tun.
Ich kam als zitternde geistgeschwächte Greisin mit stummem Angstgeschrei. Ihr aber spracht vom Zukunftsgeschlechte, und nur meine Asche gabt ihr frei.
Verwaister Knabe auf östlichen Fluren, ich fiel euch zu Füßen und flehte um Brot. Ihr aber scheutet ein künftiges Rächen, ihr zucktet die Achseln und gabt mir den Tod.
Ich kam als Gefangner, als Tagelöhner, verschleppt und verkauft, von der Peitsche zerfetzt. Ihr wandtet den Blick von dem struppigen Fröner. Nun komm ich als Richter. Erkennt ihr mich jetzt?
Leider Gottes hat auch nach der Katastrophe von 1945 das deutsche Volk im ganzen seinen Gott nicht erkannt. Leider Gottes gilt auch in diesen Tagen das furchtbare Wort Paul Celans: "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland". Auschwitz ist nicht Vergangenheit, das Töten geht weiter: Lautlos werden täglich über tausend ungeborene Kinder im Mutterschoß ermordet. Zugleich wird seelischer Massenmord verübt an Millionen junger Menschen durch das Gift der Medien - ein bekannter katholischer Journalist bemerkte dazu kürzlich: Deutschland ist eine Pornokratie. Freilich unterscheidet sich unser Land hierin wenig von den meisten anderen Ländern des ehemals christlichen Europa - aber diese sind hier nicht Gegenstand der Betrachtung.
Deutschland hat sich zum großen Teil von Gott abgewandt. Da es sein Entstehen aber ganz dem katholischen Christentum und der Treue zum Papst verdankt und ein Jahrtausend lang als Heiliges Römisches Reich bestand, das eine übernationale, universale christliche Idee verkörperte, ist es nicht zu verwundern, daß viele Deutsche sich heute schwer tun mit einem nationalen Selbstbewußtsein. Für viele beginnt Deutschland 1949 mit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland oder hundert Jahre vorher mit der gescheiterten Revolution von 1848/49 oder mit dem Deutschen Bund von 1814/15. Demgegenüber ist festzuhalten: Deutschland ist weder 1871 noch 1918 noch 1949 staatlich neu konstituiert worden. Hubertus Prinz zu Löwenstein hat in seiner "Deutschen Geschichte" dokumentarisch nachgewiesen, daß das Heilige Römische Reich Deutscher Nation bzw. das Deutsche Reich als Staat und Rechtssubjekt niemals untergegangen ist, sondern lediglich desorganisiert und seiner Geschäftsfähigkeit beraubt worden und entsprechend neu organisiert worden ist (siehe auch die diesbezügliche Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 1973). Die Bundesrepublik Deutschland steht also staatsrechtlich in der Nachfolge des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und des Imperium Romanum des Cäsar Augustus. Die alten Reichsfarben Schwarz-Rot-Gold und der Adler der römischen Legionen als Wappentier zeigen äußerlich diese Kontinuität.
Christliche Prophetie hat nicht nur den Untergang des Heiligen Römischen Reiches vorhergesehen, sie sagt auch die Wiederherstellung des römischen Kaisertums in Deutschland voraus.
So sagte z.B. Michael Nostradamus (1503-1566) in einer seiner Centurien: "Le sainct empire viendra en Germanie" - "Das Heilige Reich wird in (nach) Deutschland kommen...".
Der schwäbische Priester Bartholomäus Holzhauser (1613Â-1658) weissagte für die Zeit nach einer äußersten Bedrängnis der Christenheit das Kommen eines großen Monarchen und großen Papstes: "Denn jener starke Herrscher, der da kommen wird von Gott gesandt, wird die Republiken von Grund aus zerstören, wird sich Alles unterwerfen und wird eisern für die wahre Kirche Christi kämpfen. Alle Häresien werden vertilgt, das Reich der Türken gebrochen werden. Er wird aber im Orient und Occident herrschen und alle Völker werden kommen und Gott den Herrn im rechten katholischen Glauben anbeten." Mit der Wucht eines israelitischen Propheten mahnt Holzhauser das deutsche Volk: "Erwache Deutschland, spricht der Herr, erwache, trunknes, schalkhaftes, lasterhaftes, ehebrecherisches, verlogenes Volk, erwache! Wie lange noch wirst du töricht und berauscht das Gericht des Herrn verkennen?... Wie gebunden soll die Sünderin Deutschland vor mir stehen, wie ein Betrunkener unter losen Spöttern vor ihren Feinden. Eure Anschläge will ich verrücken, eure Stärke entnerven, den deutschen Biedersinn hinwegnehmen. Deutschland soll dem Kriege unterliegen, der Verwüstung seiner Feinde so lange übergeben werden, bis es aufrichtige Buße tut und zu mir sich bekehret... Dann will ich deinen Thron erhöhen, Deutschland, die Völker dir unterjochen, deine Feinde beschämen und dich zum Schilde der Religion, zur Ruhestätte für den Wanderer machen. Krieg sollst du alsdann nur meiner Ehre und meines Namens willen führen... Rufet es laut aus: daß jeder doch von seinem bösen Wege umkehren solle, auf daß mein Haus blühe und Religion und Tugend herrsche. Dann, Deutschland, wirst du das Schoßkind Gottes, die Stütze der Religion."
Nach der bereits erwähnten "Alten Linde Sang von der kommenden Zeit" geschähe dies, wie am Beginn Deutschlands, durch einen Gang nach Rom, um dem bedrängten Papst zu helfen:
Gottes Held, ein unzertrennlich Band Schmiedest du um alles deutsche Land. Den Verbannten führest du nach Rom, Große Kaiserweihe schaut ein Dom.
Wie dem auch sei - Deutschland heute steht am Scheideweg. Was Deutschland heute so dringend braucht wie nie zuvor, ist eine radikale Bekehrung und Umkehr zu Gott. In Fatima hat Maria am 13. Juli 1917 gewarnt: "Wenn man nicht aufhört, den Herrn zu beleidigen ..., wenn man meine Bitten nicht erfüllt,... werden mehrere Nationen vernichtet werden." Maria spricht hier nicht aus sich. Sie wiederholt in unsere Zeit, was der Herr der Heerscharen zu den Israeliten gesagt hat: "Wenn ihr tut, was in den Augen des Herrn, deines Gottes, böse ist, und wenn ihr ihn erzürnt - den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an: dann werdet ihr unverzüglich aus dem Land ausgetilgt sein..., nicht lange werdet ihr darin leben. Ihr werdet vernichtet werden" (Deut 4,25-26). Woher nehmen wir den Hochmut, bei dieser Warnung an andere, vielleicht kleinere oder "unbedeutendere" Nationen zu denken? Wenn Deutschland fortfährt, seine Kinder zu morden, ist das der sichere Weg in den Abgrund, denn das Blut der unschuldig Getöteten schreit zum Himmel nach Vergeltung - ganz abgesehen davon, daß es demographischen Selbstmord betreibt.
Aber "wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch". Und was ist das Rettende? Das Übel muß an der Wurzel überwunden werden: im Herzen. Rettung für das Herz des Menschen aber kann nur vom Herzen Gottes kommen, aus dem geöffneten Herzen des Erlösers, aus dem Blut und Wasser floß, gemäß dem Schriftwort: "Laßt uns mit aufrichtigem Herzen und in voller Gewißheit des Glaubens hintreten, das Herz durch Besprengung gereinigt vom schlechten Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser" (Hebr 10,22).
Hier nun gibt es in Verbindung mit Fatima eine wunderbare Botschaft für Deutschland, die uns mit Hoffnung und Trost erfüllen kann. Leider ist sie viel zu wenig bekannt. Es gibt einen Brief, den Lucia von Fatima am 19. März 1940 nach Deutschland schrieb und dessen Inhalt sie nochmals besonders im Jahre 1989 vor Pater Condor, dem Sekretär des Bischofs von Fatima, bestätigte. Am Schluß dieses Briefes, an Professor Fischer von Bamberg von Lucia geschrieben, heißt es: "Ich höre nicht auf, für Ihr deutsches Vaterland zu beten. Es wird noch zurückkehren zur Herde Christi. Es wird lang, sehr lang gehen. Aber es wird zurückkehren. Und dann werden die beiden Heiligsten Herzen Jesu und Mariens dort in vollem Glanze herrschen." Diese Vorhersage Lucias beruht auf einem charismatischen Erlebnis, das die begnadete und von der Kirche voll angenommene Seherin nochmals nach fast 50 Jahren persönlich bezeugte: "Ich hörte eine Stimme: Deutschland ein Hirt und eine Herde." Welche Freude, wenn das "deutsche Leid" sich zum Glück eines auch religiös geeinten Deutschlands wendet! (Dieses nach einer Mitteilung von Pfr. Geistl. Rat Martin Übelhör vom FatimaÂWeltapostolat in Deutschland.)
Man darf sagen, daß diese beglückende Botschaft nicht zufällig ist. Denn Deutschland ist den Heiligsten Herzen seit alter Zeit verbunden und zu Dank verpflichtet:
Deutschland hatte die Ehre und Gnade, das erste Land der Herz-Jesu-Verehrung im Abendland zu sein. Es war das Kronland der Herz-Jesu-Verehrung schon in den Jahren 1200 bis 1500. Ältester Zeuge deutscher Herz-Jesu-Mystik und -Dichtung ist der Kölner Heilige Hermann Joseph, der schon um das Jahr 1200 den ältesten lateinischen Herz-Jesu-Hymnus "Summi Regis cor aveto - Sei gegrüßt, o Herz des höchsten Königs" verfaßte. (Paul Gerhard hat ihm 1656 eine kongeniale deutsche Fassung gegeben: "O Herz des Königs aller Welt, des Herrschers in dem Himmelszelt, Dich grüßt mein Herz mit Freuden...".)
Deutschland schuldet dem Heiligsten Herzen Jesu Dank für die Rettung des katholischen Glaubens in der Reformation: Der hl. Petrus Canisius, der zweite Apostel Deutschlands nach Bonifatius, eroberte große Teile Deutschlands für den katholischen Glauben zurück. In einer Erscheinung zeigte ihm Jesus sein liebeglühendes, verwundetes Herz und stärkte ihn für seine übermenschliche Aufgabe mit den Gnaden seines heiligsten Herzens. Canisius schreibt: "Da hast du mir, o Herr, in deiner heiligsten Brust gleichsam dein Herz geöffnet, das ich nahe vor mir schaute. Du hießest mich, aus diesem Borne zu trinken. Ich sollte Wasser des Heiles aus deinen Quellen schöpfen. Ich wagte es, an dein hochheiliges Herz heranzutreten und meinen Durst aus ihm zu stillen. Daraufhin versprachst du mir ein Gewand, das meine nackte Seele bedecken sollte: Liebe, Friede und Beharrlichkeit."
In der beginnenden Neuzeit keimte die Herz-JesuÂVerehrung in Deutschland neu auf, diesmal angestoßen durch das Gnadenereignis zu Paray le Monial, welches die hl. Margareta M. Alacoque empfing. In dieser Zeit wurde die erste Herz-JesuÂBruderschaft von Beda Sommerberger gegründet und die erste deutsche Herz-Jesu-Kirche in Ehingen/Donau erbaut. Das Land Tirol weihte sich im Jahre 1796 dem Herzen Jesu.
Auch im 19. Jahrhundert trug die Herz-Jesu-Verehrung reiche Früchte. Besonders hervorzuheben ist die selige Maria von Droste-Vischering, eine westfälische Grafentochter. Als junge Guthirten-Schwester vernahm sie 1891 den Ruf Jesu- "Komm an mein Herz!" Sie durfte es sein, die auf göttlichen Geheiß durch einen Brief an den Papst den Anstoß zur Herz-Jesu-Weltweihe gab, die Leo XIII. am 11. Juni 1899 vollzog. Welche Ehre für unser deutsches Volk!
Diese Weltweihe nahmen sich die deutschen Bischöfe zum Vorbild, als sie am 10. Januar 1915 Deutschland dem Heiligsten Herzen Jesu weihten. Dem Erbarmen des Heiligsten Herzen Jesu verdankt Deutschland daraufhin, daß es im 1. Weltkrieg nicht so furchtbar heimgesucht wurde wie z.B. Frankreich und daß der Umbruch von der Monarchie zur Republik unblutig erfolgte; daß die Schreckensherrschaft des sogenannten Dritten Reiches, die tausend Jahre dauern sollte, nach zwölf Jahren zu Ende ging, ohne Bürgerkrieg, und daß danach ein Neubeginn stattfinden konnte.
Auch das Unbefleckte Herz Mariä wurde zuerst in Deutschland verehrt. Es war der deutsche Benediktinerabt Eckbert von Schönau, der im Jahr 1170 das erste Gebet an das Herz Mariä verfaßte. Frühe Andacht zum Herzen Mariä zeigten auch die heiligen Zisterzienserinnen Mechthild von Hackeborn (1241Â1288) und Gertrud die Große von Helfta (1256-1302) sowie bei den Dominikanern der selige Heinrich Seuse (1295-1366) und der Mystiker Johannes Tauler (nach 1300-1361).
Wenigstens zweimal wurde das Heilige Reich dem Herzen Mariä geweiht. Mitten im furchtbaren Dreißigjährigen Krieg legte Kaiser Ferdinand III. folgendes Gelöbnis ab: "Dir Maria und Deinem Sohn übergebe ich mich und die Meinen, meine Frau und meine Kinder, Dir das Römische Reich, an dessen Spitze mich Gott gestellt hat, Dir die Reiche, die ich von meinem Vater übernommen habe, Dir und Deinem Schutz mein Volk und meine Heere. Du nimm mich als Deinen an, der für Deinen Sohn, der für Dich lebt, kämpft, herrscht. So werde ich also Dein sein. Dein sind alle, die mein sind, Dein sind alle meine Besitzungen und meine Länder und das Reich. Dein sind die Völker und die Heere. Du beschütze sie, Du siege durch sie, Du herrsche und regiere in ihnen. So gelobe ich in Frömmigkeit und Gerechtigkeit. Dein Ferdinand 1640." Ebenso fand sich der junge Herrscher Kaiser Leopold I. nach dem rauschenden Prunk des Krönungsfestes zu Frankfurt am 5. September 1658 in Altötting ein und kniete mit seinem engsten Gefolge als Vasall und Bittsteller "allerdemütigst vor Unserer Lieben Frau, um von ihr der himmelkayserin das new angetrettene Kaiserthumb zu lehen zu nemmen und sich, seine untergebne land und leut unter den schutz Mariae wider seine feind bestermassen zu befehlen."
Nicht nur ist das Heilige Römische Reich Maria geweiht, Maria selbst ist die Kaiserin des Reiches. Das geht daraus hervor, daß sie im Dom zu Aachen, wo dreißig Könige von Otto I. (936) bis Ferdinand I. (1531) und zwölf Königinnen gekrönt und auf dem Stuhl Karls des Großen inthronisiert wurden, noch heute unter dem Titel "Maria Kaiserin" verehrt wird.
In jüngerer Vergangenheit vollzog Erzbischof Joseph Kardinal Frings auf dem 76. Deutschen Katholikentag in Fulda am 4. September 1954 die Weihe Deutschlands an das Unbefleckte Herz Mariens. Dieses Ereignis ist besonders erwähnenswert durch den folgenden Absatz im Weihegebet: "Durch ihre mächtige Fürsprache empfehlen wir Dir (Gott Vater) das Schicksal unseres deutschen Volkes: Nimm es in Gnaden auf, mache aus uns einen Stamm Deines heiligen Volkes. Wende, o Gott des Erbarmens, unsere Not. Laß enden die Spaltung unseres Vaterlandes ... Schenke uns die Einheit im Glauben..." Es ist wunderbar, daß Maria im Jahre 1989, als fast keiner mehr es zu hoffen wagte, dem deutschen Volk ohne Blutvergießen die in Fulda erbetene Einheit wiedergeschenkt hat. Darum dürfen wir hoffen, daß sie auch die übrigen Bitten erfüllen wird, wie sie es in der Lucia gegebenen Botschaft versprach.
Nach dem Dank schuldet Deutschland dem Heiligsten Herzen Jesu vor allem Sühne: Sühne als Urheberland der Reformation, als Ursprungsland des Marxismus, als das Land des NationalÂSozialismus und für die schweren Sünden der Nachkriegszeit.
Auch die katholische Kirche Deutschlands schuldet dem Heiligsten Herzen Jesu Sühne: daß sie die Herz-Jesu-Weihe vom Kriegsjahr 1915 geradezu in Vergessenheit geraten ließ; daß Tausende deutscher Priester ihren hl. Priesterberuf preisgegeben haben; daß viele in der Kirche verbliebene Priester und Professoren nicht mehr den Glauben der Kirche verkünden; daß die wirkliche Gegenwart Jesu im heiligsten Sakrament des Altares nicht mehr voll oder gar nicht mehr geglaubt wird; daß die hl. Kommunion in einem unfaßlichen Ausmaß unwürdig empfangen wird; daß das Bußsakrament nach einem Wort Kardinal Höffners zum "verlorenen Sakrament" geworden ist; daß die Ehre und Verehrung der Gottesmutter Maria herabgesetzt wird...
Welches ist also der Zukunftsbeitrag, den Deutschland leisten kann für ein christliches Europa? Maria selbst hat darauf Antwort gegeben im Jahre 1946 in Marienfried, Pfaffenhofen, südöstlich der Stadt Ulm: "Die Welt wurde meinem Unbefleckten Herzen geweiht, aber die Weihe ist vielen zur furchtbaren Verantwortung geworden. Ich verlange, daß die Welt die Weihe lebt. Glaubt, daß ich beim Sohne alles kann! Setzt an die Stelle eurer sündigen Herzen mein Unbeflecktes Herz, dann werde ich es sein, die die Kraft Gottes anzieht, und die Liebe des Vaters wird Christus neu in euch zur Vollendung bilden! Erfüllt meine Bitte, damit Christus bald als Friedenskönig herrschen kann!... Ich bin die große Gnadenvermittlerin. Der Vater will, daß die Welt diese Stellung seiner Dienerin anerkennt... Betet und opfert durch mich! Betet immer! Betet den Rosenkranz! Erbittet euch alles durch mein Unbeflecktes Herz beim Vater! Wenn es zu Seiner Ehre gereicht, wird er es euch geben... erbittet Gnaden für einzelne Seelen, für eure Gemeinschaften, für die Völker, damit alle das göttliche Herz lieben und ehren... Bringt mir viele Opfer! Macht euer Gebet zum Opfer! Seid uneigennützig! ES GEHT HEUTE NUR DARUM, DASS DEM EWIGEN EHRE UND SÜHNE WERDE. Wenn ihr euch restlos dafür einsetzt, will ich für alles andere sorgen. Meinen Kindern will ich Kreuze aufladen, schwer und tief wie das Meer, weil ich sie in meinem geopferten Sohn liebe. Ich bitte euch, seid bereit zum Kreuztragen, damit bald Frieden werde. Wählt euch mein Zeichen, damit dem Dreieinigen bald die Ehre wird! Ich fordere, daß die Menschen meine Wünsche bald erfüllen, weil dies der Wille meines himmlischen Vaters ist und weil es zu Seiner größeren Ehre und Herrlichkeit heute und allezeit notwendig ist. Ein schreckenvolles Wehe verkündet der Vater denen, die sich seinem Willen nicht unterwerfen wollen."
Deutschland kann heute nicht mehr und nichts Besseres für sich selbst, für Europa, für die ganze Welt tun, als sich dieser Botschaft zu öffnen und die Forderungen, wohlgemerkt nicht Bitten, sondern Forderungen! seiner himmlischen Mutter zu erfüllen.
Wenn Deutschland sich bekehrt und seine Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens lebt, wird Christus als König in den Herzen sein Friedensreich errichten. Dann werden die beiden Heiligsten Herzen Jesu und Mariens in Deutschland in vollem Glanze herrschen. Erst dann wird Deutschland wahrhaft das "heilig Herz der Völker" und "Land der Liebe" sein, das der Dichter erschaute, denn nur "aus reinem Herzen, gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben" (1 Tim 1,5) kann Liebe kommen, die diesen Namen verdient.
Dann, und nur dann mag, wenn es der Ehre Gottes und dem Wohl der Christenheit dient, auch die Krone Karls des Großen auf Deutschland wiederkehren, gemäß dem Kirchengebet: "O Gott, Du hast das römische Kaisertum gegründet, damit das Evangelium des ewigen Königs verkündet werde" (Missale Romanum).
Damit dies geschehe, bitten wir Maria und Jesus um den Herzenstausch:
Setze, o wunderbare Mutter, an die Stelle meines sündigen Herzens dein Unbeflecktes Herz, damit der Heilige Geist in mir wirken und dein göttlicher Sohn in mir wachsen kann. Erfülle meine Bitte, du große, du getreue, du aller Gnaden Vemittlerin. Amen.
Setze, o guter Jesus, an die Stelle meines sündigen Herzens Dein göttliches verwundetes Herz, damit der HEILIGE GEIST in mir wirken und DU, barmherziger Jesus, in mir wachsen kannst. Erfülle meine Bitte, Du guter, Du getreuer und liebender Jesus, damit Du bald als Friedenskönig über diese Welt herrschen kannst. Amen.
ES LEBE DEUTSCHLAND, DAS HEILIGE HERZ DER VÖLKER!
HERZ JESU, DU KÖNIG UND MITTE ALLER HERZEN, ERBARME DICH UNSER!
HERZ MARIÄ, INNIG MIT DEM HERZEN JESU VEREINIGT, BITTE FÜR UNS!
LOB SEI DEM GÖTTLICHEN HERZEN, DURCH DAS UNS DAS HEIL GEKOMMEN IST; IHM SEI RUHM UND EHRE IN EWIGKEIT. AMEN.
Gunther Maria Michel
Vortrag anläßlich der symbolischen Gründung des christlichen Europas durch die "Union des Nations de 1'Europe Chretienne" unter der Hohen Schirmherrschaft S. K. & K. Hoheit Erzherzog Otto von Habsburg und S. K. H. Dom Duarte de Bragança in Paris am 1. Januar 1993
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